Monthly Motivator: „Schmerz geht, Stolz bleibt!“ – Triathlet Daniel Fischer im Interview

Mit einem Monat Pause wegen meiner Hochzeit, gibt es jetzt im Oktober wieder einen neuen Monthly Motivator. Ich stelle Euch Daniel Fischer vor, der eine Autoimmunkrankheit mit Hilfe von Sport bekämpft. Ich finde seine Leistung und Motivation beachtlich und habe ihn daher um ein kurzes Interview gebeten. Lasst Euch ebenfalls von ihm inspirieren!

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Daniel Fischer

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Wie bist du zu deiner Sportart gekommen?

Das ist eine etwas längere Geschichte! Als ich früher immer häufiger verletzt war beim Fußball spielen und mir niemand sagen konnte, woher die Schmerzen kommen bzw. warum ich sie habe, musste ich das Fußballspielen aufgeben. Nach einer Odyssee von Arztterminen über mehrere Jahre bekam ich die Diagnose „Morbus Bechterew“! Eine Autoimmunkrankheit, die nicht heilbar ist. Sie gehört zu den rheumatischen Krankheiten und lässt nach und nach die Wirbelsäule versteinern. Das bedeutet, dass somit die Bewegungsfähigkeit des gesamten Körpers mehr und mehr eingeschränkt wird. Diese Krankheit wird mit Schmerzmitteln und Krankengymnastik behandelt, denn es ist wichtig die Beweglichkeit der Wirbelsäule solange wie möglich aufrecht zu erhalten. Es gibt einen sehr guten Spruch, der zu ihr passt und den ich mir auch seit der Diagnose sehr zu Herzen nehme! „Wer rastet, der rostet!“ Auf Grund des Ganzen riet mir mein behandelnder Orthopäde, mit dem Fahrrad fahren und dem Schwimmen anzufangen und immer in Bewegung zu bleiben!

Gesagt, getan: ich kaufte mir ein Mittelklasse-Fahrrad und fing an auf die Arbeit zu fahren. Rad fahren und Schwimmen bereiteten mir keine Rückenschmerzen mehr. In meinem Betrieb habe ich ein paar Kollegen die zu diesem Zeitpunkt schon Triathlon machten und mir sagten, dass wenn man 20km Fahrrad fahren kann und dann vorher noch schwimmt, man auch die 5km laufen am Ende noch locker schafft.

So habe ich mich dann bei meinem ersten Triathlon über die Volksdistanz angemeldet.

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Daniel Fischer

Was fasziniert dich am Triathlon?

Die Faszination am Triathlon ist, dass man immer wieder über sich hinaus wachsen kann, Grenzen auslotet und kein Wettkampf wie der andere ist. Ebenso fasziniert mich seine Vielseitigkeit! Denn wenn du mal kein Bock auf Rad fahren hast, dann ziehst du dir einfach die Laufschuhe an und gehst in den Wald. Ebenso kannst du bei einem Saunabesuch zum Entspannen, vorher noch eine Runde schwimmen gehen. Man kann das Training sehr gut in den Alltag integrieren. Ich z.B. fahre mit dem Rad mindestens 3 Mal die Woche auf die Arbeit und laufe einmal die Woche von dort Heim.

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Daniel Fischer

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Gibt es einen sportlichen Erfolg in der letzten Zeit, an den du dich gern oder weniger gerne erinnerst?

Ja die gibt es beide. In diesem Jahr habe ich beim Ironman 70.3 im Kraichgau mit gemacht und mich dort im Gegensatz zum Vorjahr um 13 Minuten verbessert. Das war ein riesen Erfolg, gerade bei den Temperaturen an diesem Tag von über 30 Grad. Weniger gerne erinnere ich mich an die Vorbereitung für den Ironman 70.3 in Wiesbaden, bei der ich 5 Wochen vorher sehr starke Schmerzen bekam und nicht mehr viel bzw. gar nicht trainieren konnte. Der Wille, diesen Wettkampf zu absolvieren, der war da! Gerade auch weil ich diesen Wettkampf von meinem Sponsor Medi Fit gezahlt bekommen habe. Gesagt, getan: entgegen vieler gesundheitlichen Bedenken ließ ich mich fit spritzen. Am Ende habe ich ihn gefinished und das auch in 5 Minuten schneller als im Jahr zuvor.

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Daniel Fischer

Welche sportlichen Ziele stehen für dich nächstes Jahr an?

Das ist eine sehr gute Frage. Ich fange jetzt im Oktober wieder an zu studieren und das berufsbegleitend. Ich denke ich werde nächstes Jahr mein Pensum deutlich herunter fahren müssen, was die Anzahl an Wettkämpfen angeht. Ganz aufhören kommt jedoch nicht in Frage. Es werden denke ich zwei Olympische Distanzen und ein Ironman 70.3 dabei sein. Ebenso ein Marathon. Aber als erstes werde ich, entgegen allen ärztlichen Einwänden, am Braveheartbattle Anfang März teilnehmen. Ein bisschen muss ich immer die Grenze testen!!

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Daniel Fischer

Was ist dein Motivationsanspruch Nr.1 und warum motiviert er dich?

Mein Motivationsanspruch ist eigentlich der, das Menschen mit körperlichen Einschränkungen trotzdem etwas schaffen können, was viele einem nicht zutrauen. Es ist immer wieder schön über die Ziellinie zu laufen oder zu wanken und zu wissen, dass ich es geschafft habe!!! Frei nach dem meinem Motto: „Schmerz geht, Stolz bleibt!“

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Gibt es Tage an denen Du keine Lust aufs Training hast und was machst du dann?

Ja klar, die gibt es leider viel zu oft. An manchen Tagen muss ich ehrlich gestehen, mache ich dann auch nichts.

An anderen versuche ich mich selbst zu motivieren in dem ich mir z.B. eine Aufnahme von der letzten Ironman Weltmeisterschaft anschaue, an einen zurück liegenden Wettkampf denke oder einfach mal in den Spiegel schaue und mir sag: „Bist verdammt dick geworden. Es wird Zeit für eine Runde Training!“

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Daniel Fischer

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Isst du spezielles Essen und was ist dein Lieblingsessen?

Nein ich esse eigentlich völlig normal, wenn nicht sogar manchmal zu viel. Denn trotz meiner 192cm Körpergröße wiege ich immer zwischen 95-100Kg! Was ziemlich schwer für einen Triathleten ist. Man merkt es leider auch immer beim Radfahren oder Laufen…

Ein Lieblingsessen habe ich nicht, aber ich esse alles gerne, was meine Oma so kocht ;)!!!

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Vielen Dank, Daniel für das Interview und deine Geschichte. Herzlichen Dank auch für die Bereitstellung der Bilder! Viel Erfolg für die kommenden Wettkämpfe und dein Studium!

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