Wie ich durch Hypnose endlich von meiner „Cola-Sucht“ wegkam

Cola ist nicht gerade das gesündeste Getränk und als Frau mit 1,65 m Größe hat man auch nicht gerade einen Kalorienverbrauch pro Tag bei dem man es sich leisten kann, jeden Tag 1/2 oder 1 oder gar 2 Liter zu trinken. Ich vermute, dass ein Großteil meiner Speckröllchen auch hauptsächlich auf meinen Cola-Konsum zurückzuführen sind. Klar, ich esse auch gerne und auch gerne viel. Doch wenn man bedenkt, dass man schnell mal 500 Kalorien extra pro Tag zu sich nimmt mit ein paar Gläsern, dann macht die Cola wohl keinen unerheblichen Teil davon aus.

Es gab immer wieder Phasen in meinem Leben, in denen ich es mal geschafft habe weniger oder auch mal gar nichts zu trinken, doch immer, wenn mal wieder Stress anstand oder ich im Urlaub war, dann ging es ruck zuck und ich hatte wieder 1 Liter pro Tag mind. intus. Das Ganze ist nicht mal aus Genuss heraus entstanden, denn teilweise trank ich die Cola auch einfach, weil ich dachte, dass nur DAS mir nun in einer stessigen Phase helfen konnte, mir nur die Cola bei Kopfschmerzen helfen würde oder ich jetzt gerade mal Energie brauche und es nur die Cola schafft, mir diese zu geben. Dass Cola bei Kopfweh hilft, hängt eigentlich nur mit dem darin enthaltenen Koffein zusammen, daher ist in vielen Kopfschmerztabletten auch Koffein enthalten.

D

Coca Cola

D

Auch auf dem Blog hatte ich im vergangenen Jahr einen Artikel veröffentlich, in dem ich ganz nüchtern erklärte, wieso es so wichtig sei, genug Wasser zu trinken. Du findest ihn hier: „Wieso ich ab sofort (fast) nur noch Wasser trinke“.

In der Theorie weiß man es also, doch ich muss sagen, dass das Cola trinken so sehr in meinem Kopf verankert war als die Lösung in vielen Momenten, dass alle Vernunft manchmal nichts half. Als ich im vergangenen Jahr bei Groupon ein Angebot für Hypnosesitzungen sah, entschied ich mich kurzerhand, es einfach zu buchen und zu schauen, ob es mit Hynose vielleicht klappte. Vor Jahren hatten Kollegen erfolgreich dank Hypnose mit dem Rauchen aufgehört, also könnte das ja mit der Cola genauso klappen. Denn irgendwie war es schon so eine Art Sucht für mich. Wenn auch nicht körperlich, aber seelisch auf jeden Fall.

Ich vereinbarte für den 9. und 16. Januar jeweils einen Termin in der Praxis von Hypnosecoach Marcel Polte. (http://www.hypnoment.de/)

Der erste Termin war eine Vorbesprechung, bei der wir dem Problem auf den Grund gingen. Ich sollte also möglichst detailliert erklären, wann ich Cola trinke, warum, was das dann für mich bedeutet und wieso es mich so sehr stört. Cola war für uns früher immer „tabu“ in der Familie. Das gab es nur zu besonderen Momenten. An Geburtstagen, an Weihnachten und ansonsten hieß es immer „Nein, das gibt es nicht“. Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich 15 war und ich blieb damals bei meinem Papa wohnen. Ihm war es herzlich egal, ob und wie viel Cola ich trank und seitdem holte ich mir meist auf dem Heimweg am Kiosk eine Flasche Cola, die ich während meiner Hausaufgaben zuhause trank. Spätestens in meiner Ausbildung zur Industriekauffrau und der stressigen Phase während der Prüfungen und erst recht während meines anschließenden Studiums, wurde die Cola zu meinem täglichen Begleiter. An „besonderen“ Tagen, trank ich auch mal schnell 2-3 Liter Cola. Wenn es mal ein schlechter Tag war ebenfalls. Wir vereinbarten, dass es für mich ab sofort ok wäre, wenn ich auch gar keine Cola mehr trinke, denn durch eine negative Suggestion, die man in der Hypnose vermittelt kriegt, kann man sich tatsächlich danach vor dem Getränk ekeln.

Da es mich sehr belastete, dass ich immer wieder immense Schwierigkeiten hatte, die Cola wegzulassen, entschied ich mich, dass eine negative Suggestion vielleicht genau das richtige wäre. Nun aber zur Hypnose an sich. Für jeden, der nun denkt, dass man bei der Hypnose nichts mitkriegt und zu einem fremdgesteuerten Roboter mutiert, den muss ich enttäuschen. Ich weiß, dass viele Menschen so großen Respekt vor der Hypnose haben, da man „Angst hat sich im Gehirn rumfuschen zu lassen“. Man kann nur hypnotisiert werden, wenn man damit einverstanden ist. Ich kann mich an jeden Moment meiner Hypnose erinnern und sollte der Hypnose Coach etwas von einem verlangen, das man nicht möchte, dann kann man theoretisch jederzeit aus der Hypnose ausbrechen.

Die Hypnose dauert ca. 1-1,5 Stunden. Sie kam mir aber total kurzweilig vor. Zunächst wurde ich in eine extreme Entspannung gebracht. Sie ist ähnlich einer Traumreise, die man im Anschluss an eine Yoga-Klasse macht oder wenn man total vertieft ist, wie bei einem spannenden Film. Bei einem spannenden Film beispielsweise bekommt man auch Herzrasen, schwitzige Hände, etc. obwohl man weiß, dass das keine Realität ist. In diesem Moment wird das Unterbewusstsein angesprochen und dadurch reagiert der Körper entsprechend. Genauso funktioniert das dann auch bei dem Hypnose Coaching.

D

Brain

D

Nachdem ich in der Endentspannung angekommen war, sollte ich alle negativen Emotionen, Gefühle und Ursachen für mein ständiges Cola-Trinken auf einmal hervorrufen und es dann durch Bewegen meiner Hände ein für alle Mal hinter mir lassen. Das Gefühl danach war super befreiend. Ich bin dann unter Anleitung des Hypnose Coachs gedanklich zwei Wege gegangen. Einen Weg, der mich in meiner Zukunft weiterhin Cola-trinkend zeigte und einen, bei dem ich keine Cola mehr trank. Wir gingen erst 1-2, dann sogar 5 Jahre in die Zukunft. Mir wurde der Cola-Trink-Weg so negativ aufgemalt, dass ich wirklich eine absolute Abneigung gegen dieses Verhalten entwickelte. Ich wollte einfach nicht mehr weiter Cola trinken – schon in diesem Moment. Der „positive“ Weg hingegen war genau das, was ich mir wünschte. Ein paar Kilo leichter, ohne diesen ständigen Druck Cola trinken zu wollen und einfach zufriedener mit mir selbst.

Zum Schluss haben wir noch die negative Suggestion durchgeführt. Der Hypnose Coach beschrieb mir eine von mir alltägliche Situation, in der ich Cola trinke und beschrieb mir wie eklig das Getränk eigentlich schmeckte und wie schlecht es für meinen Körper sei. Ich ekelte mich richtig in diesem Moment davor. Nun aber zum spannenden Part: Ich habe seitdem keinen einzigen Schluck Cola getrunken. Ich habe lediglich mal 2 kleine Fläschchen Fanta getrunken, aber ansonten trinke ich ausschließlich Wasser und es tut mir total gut.

Ich bin total happy über das Ergebnis und total zufrieden damit. Es ist schon so, dass ich ab und an denke „Oh, jetzt was anderes als Wasser“, aber sobald ich die Cola sehe, denke ich „Nee, das willst du nicht mehr!“ Dann lieber mal eine Saftschorle oder ein Smoothie. Ihr braucht also keine Angst haben, dass in Eurem Gehirn oder Geist rumgefuscht wird, sondern werdet einfach belohnt mit viel mehr Leichtigkeit beim „Nein-Sagen“ und dem Ablegen von schlechten Gewohnheiten. Danke nochmal an Marcel Polte für die nette Betreuung und mein neues Cola-freies Leben!

Bilder: pixabay

Email this to someonePrint this pageTweet about this on TwitterShare on FacebookPin on PinterestShare on Google+

One thought on “Wie ich durch Hypnose endlich von meiner „Cola-Sucht“ wegkam

  1. Wow, Stephi….das ist mega spannend!!
    Ich habe ehrlich gesagt schon ein paar Mal an Hypnose gedacht wegen meinem Stress-Verhalten: immer wenn ich gestresst bin, fange ich nämlich an Süßigkeiten zu essen. und dann natürlich viel zu viel! Getraut habe ich mich bisher noch nicht, aber dieser Bericht ist wirklich extrem spannend! Danke dafür!
    Liebe Grüße
    Jenny

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.